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Lebendige Mitte Bettingen

Denkmalgerechte Sanierung des Alten Zollhauses und Neubau eines Kultur- und Sozialforums

Fenstergewände am Giebel
Altes Zollhaus vor der Restaurierung

Bereits 1979 wurde die Ortskernsanierung Schmelz begonnen, mit der das Ortszentrums von Schmelz weiterentwickelt und das Bild der Trierer - und Hüttersdorfer Straße sowie des Marktplatzes positiv verändert wurde.
Auch der "Unnerschte Ecken" in Bettingen gehört zum Sanierungsgebiet. Eine extrem dichte Bebauung und ungünstige Grundstückszuschnitte machten den Bereich unattraktiv für die Wohnnutzung. Leerstände, sichtbare Verödungstendenzen und der Verfall einzelner Gebäude waren die Folge.

Im Jahr 2008 gab die Gemeinde einen Rahmenplan in Auftrag, um den Bereich städtebaulich neu zu ordnen. Inhalt des Planes war vorrangig der Abriss von alten Gebäuden, um Platz für gestalterische Maßnahmen zu schaffen. Gleichzeitig sollte die Kanalsituation in der Markt- und Hüttenstraße verbessert werden, um künftige Hochwasserereignisse zu vermeiden bzw. Retentionsraum zu schaffen.

Bei einer Bestandsaufnahme der abrissreifen Häuser fielen die besonderen Fenstergewände am Giebel des Gebäudes Marktstraße 24 auf. Die hinzugezogenen Gutachter, Dr. Rupert Schreiber vom Landesdenkmalamt, der Historiker Johannes Naumann sowie der Restaurator Niko Leiß stellten umfangreiche Forschungen an. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass das Gebäude ein im Saarland einmaliges und historisch wertvolles Objekt ist. Das zunächst im 17. Jahrhundert als Zollhaus zur Erhebung von Straßen- und Brückenzoll gebaute und später zum Arbeiterhaus für die Bettinger Schmelze umfunktionierte Gebäude ist in Zusammenhang zu sehen mit dem Bau der Festung Saarlouis, der Entstehung der Dillinger Hütte und dem Schmelzer Eisenwerk.

Bauarbeiten im vollem Gang

Der Erhalt und die denkmalgerechte Sanierung des "Alten Zollhauses" wurden zum Mittelpunkt der Planung. Daneben umfasst das Projekt den Neubau eines Kultur- und Sozialforums, die städtebauliche Neugestaltung des Umfeldes sowie die fußläufige Anbindung an das Kulturzentrum Bettinger Mühle.

Dank der finanziellen Unterstützung der Europäischen Union konnte die Gemeinde die Planung realisieren. Die Gesamtkosten in Höhe von 2,968 Mio. Euro werden zu 49,06 % aus dem "Europäischen Fond für regionale Entwicklung -EFRE" bezuschusst. Grundlage dafür war, dass die Gemeinde den vom Umweltministerium im April 2011 ausgerufenen und von der EU geförderte Wettbewerb "KIWI - kreativ, integrativ, wirtschaftlich, innovativ", Hilfe, gewonnen hat.

Im November 2012 begannen mit dem Abriss mehrerer Gebäude im Umfeld des "Alten Zollhauses" die Arbeiten zur Umsetzung des vom Schmelzer Gemeinderat einstimmig beschlossenen KIWI-Projekts "Lebendige Mitte Bettingen".

Offizielle Einweihung am Samstag, 29. August 2015, 16.00 Uhr

Eröffnungsfeier

Nach Abschluss der umfangreichen Arbeiten ist im "Unnerschten Ecken" ein offener Bereich entstanden, der zum Verweilen einlädt und Möglichkeiten der Erholung und Begegnung bietet. Im denkmalgerecht sanierten "Alten Zollhaus" wird ein Stück unserer Heimatgeschichte sichtbar gemacht. In der französischen Zeit im 17. Jahrhundert diente das Haus zur Erhebung von Brückenzoll. Später hat es als erstes saarländisches Arbeiterhaus die Eisenschmelzer der Bettinger Schmelze beherbergt, die namensgebend für unsere Gemeinde war. In einem Teil des Gebäudes ist die damalige Wohnsituation mit einem Wohnraum im Erdgeschoss und einem darüber liegenden und über eine Stiege erreichbaren Schlafraum zu sehen.

Das "Alte Zollhaus" ist Mittelpunkt des im französischen Stil angelegten und nach unserer Partnerstadt "Mitry-Mory" benannten Platzes. Zusammen mit dem daneben angelegten Spielplatz für Jung und Alt dient er der Begegnung und Kommunikation. Hier können kleinere Feste veranstaltet und auch Boule gespielt werden.

Das "Alte Zollhaus" hat in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde einen modernen Anbau erhalten, der sich deutlich vom Bestand unterscheidet. Die Räumlichkeiten im Zollhaus und im sog. Multiplex stehen für Beratungsleistungen und kleinere Veranstaltungen zur Verfügung.

Ein wichtiger Baustein des Projektes ist die fußläufige Verbindung des "Alten Zollhauses" mit dem Kulturzentrum Bettinger Mühle. Der Barriere freie Weg mit Brücke über die Prims und der Fortführung entlang der Hüttersdorfer Straße ist ein idealer Spazierweg für die ältere und die nicht motorisierte Bevölkerung.

Vom Zollhaus zum Arbeiterhaus
Städtebauliches KOnzept
Baufortschritt