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Gemeindebezirk Hüttersdorf

Der Gemeindebezirk Hüttersdorf liegt auf der westlichen Talseite des Primstales und ist aus den früher selbständigen Orten Buprich und Hüttersdorf zusammengewachsen. Ab dem 01. April 1937 wurde der Name Buprich gestrichen. Hüttersdorf, wo die Wohnfunktion vorherrscht, verfügt über eine gute Infrastruktur und ist von ausgedehnten Wäldern umgeben. Am Ortsrand liegt der Engelgrundweiher mit einem unter Naturschutz stehenden Feuchtbiotop.

Zum Gemeindewappen Hüttersdorf: Buprich und Hüttersdorf bildeten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die freie Reichsherrschaft Hüttersdorf, auch Pflege oder Hochgericht genannt. Aus diesen beiden Dörfern erwuchs die heutige große Gemeinde Hüttersdorf. Das deuten die beiden Rosen im Schildhaupte des Wappens an. Für das Hochgericht besaß der Kurfürst von Trier bedeutende Lehnsrechte. Kurtrier führte ein rotes Kreuz in seinem Wappen. Es ist als schwebendes profiliertes Kreuz in das Hüttersdorfer Gemeindewappen aufgenommen. Das Kreuz soll gleichzeitig daran erinnern, dass Hüttersdorf eine sehr alte Pfarrei ist, die unter dem Patronat des heiligen Kreuzes steht. In ihrem Besitz befindet sich ein Kreuzreliquiar. In der Pflege Hüttersdorf haben die Herren von Hunolstein namhafte Anteile .Das heutige Pfarrhaus trägt über dem Türeingang neben der Jahreszahl seiner Erbauung (1780) noch das Hunolsteiner Wappen mit den zwölf Schindeln. Zur Erinnerung sind im Gemeindewappen vier Schindeln in die Kreuzwinkel eingefügt .Aus dem gleichen Wappen wurden die Farben Rot und Gold entnommen, die zu den Wappenfarben für Hüttersdorf wurden. Mit dem vorliegenden Wappen wurde auch der Gemeinde das Recht verliehen, die Farben Rot-Gelb als Gemeindefarben zu führen.
Vorgeschichtliches: - Auszug aus der Schmelzer Chronik Nr. 1, Seite 116, 117 und 118 -
Lorenz Schmitt hat in der Festschrift "125 Jahre Bergmanns- und Hüttenarbeiterverein", Hüttersdorf 1975, ausführlich über die Vor- und Frühgeschichte in unserem Raum berichtet. Der interessierte Leser wird auf diese Schrift verwiesen. Für unseren Ort lässt sich eine sehr frühe Besiedlung nachweisen. Die von L. Schmitt entdeckten Grabhügel auf dem "Gellersberg" jenseits der Prims (beschrieben im 13. Bericht der staatlichen Denkmalpflege im Saarland, S. 23) stammen vermutlich aus der Hunsrück-Eifel-Kultur. Für die keltische Besiedlung sprechen eine Reihe von Berg- und Flußnamen aus dieser Zeit. Die Sprachforscher halten die -briga- Orte für keltisch. Auf einer römischen Straßenkarte aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. dem sogenannten Itinerarium Antonini ist Boudobriga aufgeführt, von dem Forscher annehmen, dass es das spätere Buprich sei. Bachnamen wie "Grawenbach" vom kelt. grava, Kies, Geröll und "Kelwerbach", kelt. celvis, celvos, verborgen, versteckt, lassen ebenfalls Rückschlüsse auf die Keltenzeit zu. Nach den Eroberungen Cäsars kam das Land der Gallier unter römische Herrschaft. Unser Land lag im Stammesgebiet der Treuerer mit ihrer Hauptstadt Augusta Treverorum, dem heutigen Trier, das die Hauptstadt Galliens wurde. Für Hüttersdorf - Buprich können mehrere römische Siedlungsplätze nachgewiesen werden:
Buprich: In der Flur "Weberecheskaul", Südhang mit gutem Ackerboden, wo man neben Ziegelbruchstücken einen unbeschädigten Säulenfuß aus weißem Sandstein fand.
Hüttersdorf: "Hirtenwies", "Hinterste Stei", "Rübenfeld". Münzfunde aus dem Jahre 1856 in Flur "Hirtenwiese" lassen auf den Zeitraum von etwa 253-274 n. Chr. schließen. Die römische Epoche wurde um 430 durch die Franken abgelöst. Der heutige Ort Hüttersdorf dürfte auf eine fränkische Gründung zurückzuführen sein. Dafür spricht die Ausgrabung eines fränkischen Gräberfeldes am Nachtrech. Veranlasst durch den Fund einer verzierten Goldblechfibel im Jahre 1838 erfolgte 1899/1900 unter Aufsicht des Trierer Museums eine planmäßige Ausgrabung, wobei 17 Frankengräber freigelegt wurden. Es handelte sich um Männer- und Frauengräber, die an Hand der gefundenen Gegenstände wie Fibeln, Kurzschwerter, Lanzen- und Pfeilspitzen, Schilddorne, Messer, Schnallen, Scheren, Pfriemen, Fingerringe und Tonkugeln als solche erkennbar waren. Dieses Gräberfeld wurde nachweislich von den ersten fränkischen Siedlern vom 6. Jahrhundert bis gegen Ende 700 n. Chr. belegt. Die Anlage des Friedhofes auf einer nach Südosten in das Flusstal der Prims vorstoßenden Kuppe ist typisch für die Frankenzeit. Auch der Ortsname mit der Endung "dorf" läßt auf eine fränkische Hofgründung schließen. Die spätere Ortsbezeichnung Hittinsdorf läßt den fränkischen Namen Hittin für die Entstehung des Dorfnamens erkennen. Mit der Einführung des Christentums erlosch die Sitte der Grabbeigaben. Der Friedhof "Am Nachtreck" wurde aufgegeben und rund um die Kirche auf dem Hügel angelegt, der heute noch "Alter Kirchhof" heißt. An dieser Stelle wurden bei der Errichtung der Marienkapelle 1948 zwei steinerne Walzensarkophage aus fränkischer Zeit ausgegraben, die am Ort blieben und einen Platz neben der Kapelle erhielten. Urkundlich ist Hüttersdorf als Pfarrei erstmals in der Mettlacher Wallfahrerliste des Erzbischofs Albero (1131-52) bzw. Theoderich II (1222) erwähnt, wonach es wie 75 andere Ortschaften verpflichtet war, jährlich am 9. September nach Mettlach zu wallfahren. Dort ist an 67. Stelle "Hittinsdorf" aufgeführt. Da diese Liste Alberos auf eine Verordnung Erzbischofs Ruotberts (931-956) zurückgeht, darf das Bestehen der Pfarrei schon für das 10. Jahrhundert angenommen werden.

Luftbild Ortskern Hüttersdorf