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Gemeindebezirk Limbach

Limbach liegt im Norden der Gemeinde Schmelz an den Hängen eines Tales, das vom Talbach oder Wurzelbach durchflossen wird. Limbach verfügt über eine intakte dörfliche Struktur und ein aktives Vereinsleben. Im Industriegebiet "Über Prims" werden rund 500 Arbeitsplätze bereitgestellt. Auf einem Ausläufer des "Großen Horstes" befinden sich die Überreste einer keltischen Wallanlage, die allgemein unter dem Begriff "die Birg" bekannt ist. Der älteste Teil der Anlage stammt aus der späten Latène-Zeit, dem 1. Jahrhundert vor Christus. Die Höhenlagen in Limbach belaufen sich auf 235 bis 413 m.

Für das Wappen des Gemeindebezirkes Limbach gilt folgende heraldische Beschreibung. Die Wappenbeschreibung lautet:"Gespalten, vorne in Rot eine wachsende silberne beblätterte Rosenstaude mit fünf (3:2) Rosen, hinten in Gold auf rotem Sockel ein roter Zinnenturm mit silbernem Tor und silbernen Fenstern".

Vorgeschichtliches: - Auszug aus der Schmelzer Chronik Nr. 1, Seite 52, 53, 54 und 55 -

Limbach ist, wie Bodenfunde zeigen, altes Siedlungsgebiet, jedoch fehlen bis jetzt Siedlungsbeweise aus der Steinzeit. Sie gehen aber bis in die Bronzezeit zurück. Im Jahre 1849 wurden "in der Gegend von Limbach" zwei bronzezeitliche, sog. Knöchelbänder (Spiralarmbänder) aus Messingdraht, vermutlich aus einem ehemaligen Hügelgrab, gefunden. Im Jahre 1829 hat man am Weg von Limbach nach Dörsdorf beim "Heidenhubel" auch "Heidenhäuschen" genannt, einen Grabhügel geöffnet, der vielleicht in die vorrömische Eisenzeit datiert werden kann, doch bestehen Unsicherheiten. Der damalige Bürgermeister der Bürgermeisterei Bettingen FRANZ, der den Grabhügel öffnen ließ, fand darin eine Steinsetzung aus unbehauenen Sandsteinen. Aus der vorrömischen Eisenzeit stammt vermutlich auch die Wehranlage "hinter der Birg", von den Limbachern kurz die Birg genannt. Die Birg hat ungefähr die Form eines nach Norden ins Primstal vorspringenden Dreiecks. Die nördliche Seite ist etwa 270 Meter lang und fällt über einen Steilhang ins Primstal ab, ebenso wie die rund 100 m lange, fast senkrecht abfallende Ostseite. Das Plateau auf der Höhe der Birg ist von einem Erd- und Steinwall umgeben, der im Norden Reste eines Gebäudes erkennen läßt. Ein zweiter Wall mit einem davorliegenden Graben ist im Süden zu erkennen. Auch dort gibt es ein Gebäudestück. Äußerer und innerer Wall haben Durchfahrten. Diese Anlage beflügelt die Phantasie nicht nur der Limbacher bis in unsere Zeit. An sie knüpft sich die Sage vom Birgpeter. Die Berichte über die Birg und dort vorgenommene Grabungen gehören zu den ersten quasi wissenschaftlichen Mitteilungen im Rahmen der Forschungsgeschichte des Kreises Saarlouis. Der pfälzische Oberamtmann MOSER vom Oberamt Schaumburg (Tholey) ließ dort schon im Jahre 1787 Ausgrabungen vornehmen. Er fertigte darüber einen Bericht mit Zeichnungen an. Seither, auch in jüngster Zeit (Sommer 1976) war die Birg immer wieder Gegenstand von Amateur- und wissenschaftlichen Forschungen und Berichten. Die Deutung ihrer Herkunft und Verwendung erschwert sich insbesondere dadurch, dass die Anlage ganz offenbar zu verschiedenen Zeitperioden benutzt, verändert und sodann zerstört wurde sowie dadurch, dass im Zuge der Bauarbeiten Steine aus anderen Anlagen auf die Birg gebracht und schließlich die Trümmer zum großen Teil verschleppt wurden. Insbesondere geben Berichte über zahlreiche römische Inschriften und Grabmonumente Rätsel auf. Der Umstand, dass es auf der Birg keine Quelle oder sonstige Wasserstelle gibt, wirft die Frage auf, ob es sich um eine systematisch geplante, zur Dauernutzung vorgesehene Anlage handeln kann.Bemerkenswert ist, dass am Platz der Birg eine ausgesprochene Gartenpflanze, pervinca oder vinca minor, zu deutsch Singrun, Immergrün und in Limbach auch "Judendär" genannt, wächst, was darauf hindeutet, dass dort ein Wohngarten gewesen sein dürfte. Nach dem bisherigen Stand der Meinungsbildung soll die Befestigung auf der Birg in der Latenezeit angelegt und zur Zeit der Germaneneinfälle, Anfang des 4. Jhd., wieder teilweise besonders befestigt worden sein, bei welcher Gelegenheit behauene Steine, darunter römische Grabsteine, die von anderswo herbeigebracht wurden, Verwendung fanden. Auf Grund jüngster Grabungen des Instituts für Vor- und Frühgeschichte der Universität des Saarlandes (1972 und 1976) lassen sich über die bisher bekannten Forschungsergebnisse hinaus, folgende Feststellung treffen. Der äußere Wall ist nicht, wie angenommen, keltisch, sondern römischen Ursprungs. Er besteht aus zwei zu verschiedenen Zeiten errichteten Mauern. Die eine wurde aus Melaphyrbrocken, teilweise mit Mörtel, errichtet und ist 1,70 m breit. Sie dürfte ca. 3,50 m hoch gewesen sein. Die andere, die jüngere, ist zum Teil aus fein vermauertem Melaphyrmauerwerk, teils aus großen, wiederverwandten Sandsteinen gefertigt, worunter auch Grabsteine sind. Sie war 1786 noch vorhanden. Ihre Bestandteile sind bei Limbacher Häusern als Baumaterial verwandt worden. Die Befestigung ist wahrscheinlich im späten dritten Jahrhundert, als der römische Limes von den Germanen durchbrochen wurde, von einigen Landbewohnern eilig als feste Zuflucht für Leute, Vieh und Habe erbaut worden und als die erste Gefahr vorbei war, wieder verlassen worden. Bei einem späteren Germaneneinfall wurde sie wieder in Stand gesetzt, wobei man Steine aus Hausabbrüchen und Grabsteine antransportierte. Wahrscheinlich ist die feste Zuflucht später noch ein drittes Mal, diesmal unter Verwendung von Holz und Erde, wieder hergerichtet oder verstärkt worden. Zu den Limbacher Funden aus der Römerzeit gehört außer den angesprochenen römischen Grab- und Inschriftsteinen ein in früheren Berichten beschriebener, aber verschollener sog. "Viergötterstein". Man beschreibt ihn als "sehr schönen, 4 römischen Gottheiten geheiligten Opferstein mit den Abbildungen derselben." Schließlich stammen aus dieser Zeit Ziegelstücke von einer vermuteten römischen Siedlungsstelle im Flur 9 "vor der Kipp" genannt Ziegelhütte, bei der sich übrigens auch Terrassen von ehemaligen Weinbergen befinden. Ob Zusammenhänge mit dem 1746 dort aufgenommenen Kupferbergbau bestehen, wird noch zu prüfen sein. Aus unbekannter Zeit stammt ein altes Stück einer Straße in Flur 12 "beim Heidenhubel", heute noch schwach als ehemaliger Damm erkennbar. Es wird vermutet, dass der Damm zu einer Straße gehörte, die über Steinbach und Limbach führte, dass es sich dabei aber eher um eine Verbindungsstraße, als um eine weiterführende Straße handelte.

Luftbild Gemeindebezirk Limbach