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Gemeindebezirk Michelbach

Michelbach liegt in einem abseitigen, von der Prims wegführenden Tal und an den umgebenden Hängen. Auf dem Galgenberg, oberhalb des Ortes an der B 268, steht die sogenannte "Gerichtslinde", die eigentlich eine Ulme ist. An dieser Stelle befand sich einst die Richtstätte des Hochgerichts Michelbach. Außerhalb der Ortschaft liegt der Geisweilerweiher, eine versteckt und romantisch gelegene Weiheranlage. Die Gemarkungsfläche von Michelbach beträgt 294 Hektar.

Zum Wappen des Gemeindebezirks Michelbach:

Über grünem Spitzenschildfuß mit zwei Spitzen, darin drei silberne Pfahlleisten, in Gold ein, bewurzelter grüner Lindenbaum, überdeckt mit einem Mittelschild, darin in Rot eine wachsende silberne Kapelle in Vorderansicht mit goldenem Turmdach, goldenem Fenster und goldener Tür, begleitet von zwei silbernen heraldischen Lilien.

Das Wappen von Michelbach berücksichtigt grundherrschaftliche, kirchen- und dorfgeschichtliche sowie landschaftliche Gegebenheiten. Michelbach wird 1036 als "Michilenbach" erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf hatte weder einen Landesherrn, noch gehörte es zur Reichsritterschaft. Es gilt daher nach der "Urkundlichen Geschichte des Kreises Merzig" des Landrates von Briesen als reichsunmittelbar. Keiner der benachbarten Landesherren scheint jemals auf die Landeshoheit über Michelbach Anspruch erhoben zu haben. Nach den vom Landrat von Briesen mitgeteilten Weistümern (= überlieferte Aufzeichnungen von gewohnheitsrechtlichen Rechtssätzen des bäuerlichen Lebens) von 1514 und 1730 waren das St. Simeonsstift in Trier und die Abtei Tholey Grundherren in Michelbach. Ihnen stand auch die Grund-, Mittel- und Hochgerichtsbarkeit gemeinschaftlich zu. Beide Grundherren führten je 2 Lilien in ihrem Wappen. Die Farbwahl von Mittel- und Hauptschild (rot, gold) erinnert sowohl an die Schirmherren von Michelbach, die Herzöge von Lothringen, als auch an die Herren von Hagen, die bis zur französischen Revolution im Besitz der Vogteirechte waren. Michelbach ist von jeher eine Pfarrfiliale von Nunkirchen gewesen. Die erste Kapelle wurde vor 1739 erbaut und eben in diesem Jahr eingeweiht. Der Erbauer war der Gerichtsmeier Matthias Lang. In der alten Kapelle befand sich ein Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter. Es soll nach der Überlieferung ein Werk der Tholeyer Mönche gewesen sein. Die Pieta (Gnadenbild) war sicherlich Anlass zur Wallfahrt am Schmerzensfreitag vor Palmsonntag und zur Festlegung des Patronatsfestes auf diesen Tag. Die im gotischen Stil errichtete Kapelle stand bis zum Jahre 1932. Wegen Baufälligkeit und zu geringem Fassungsvermögen wurde sie abgerissen. An derselben Stelle steht die heutige Kirche. Im ersten Kirchenfenster auf der rechten Seite ist die alte Kapelle, umrahmt von zwei Linden, verewigt. Die Darstellung der Kapelle im Mittelschild des Wappens entspricht in stilisierter Form der Darstellung im Kirchenfenster. Über dem Dorf, gegen Nunkirchen zu, steht seit langer Zeit zwischen zwei mächtigen, uralten Bäumen ein Kreuz in das die Jahreszahl 1722 eingemeißelt war, und das 1891 erneuert worden ist. Hier befand sich die Richtstätte des Hochgerichts Michelbach. Dies kommt auch heute noch im dortigen Flurnamen "Galgenberg" zum Ausdruck. Nach dem Weistum von 1730 wurde dem damaligen Hochgerichtsmeier Michel Lang aufgetragen, die "Halseyseri" am "Stock" zu ersetzen, da diese gestohlen worden waren, sowie die alte abgestorbenen Gerichtslinde durch eine neue zu ersetzen. Möglicherweise ist die heutige Linde dort diejenige, die damals gepflanzt wurde.
Bei dem zweiten Baum handelt es sich um eine Ulme, die von einer Spezialfirma für "Baumchirurgie" behandelt und gerettet wurde. Im Wappen steht die grüne Linde stellvertretend für beide Bäume. Der Spitzenschildfuß symbolisiert zum einen den Anfangsbuchstaben des Dorfnamens, andererseits einen Querschnitt durch das Gelände des Michelbacher Bannes mit seinen 2 Erhebungen: "Zum Lückner" und "Galgenberg' sowie seinen 3 Bächen: Ellernbach, Grinzbach und Heisterbach (silberne Pfahlleisten).