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Gemeindebezirk Schmelz

Der Gemeindebezirk Schmelz wird von den ehemals selbständigen Gemeinden Außen und Bettingen sowie den Ortsteilen Goldbach und Schattertriesch gebildet. Nachdem Goldbach schon 1798 mit Bettingen vereint wurde, schlossen sich Bettingen und Außen am 01. April 1937 zur neuen Gemeinde Schmelz zusammen. Der Gemeindebezirk Schmelz ist heute Sitz der Verwaltung und Zentrum des Wirtschaftslebens. Namensgebend war dabei die Bettinger Eisenschmelze, die hier seit Beginn des 16. Jahrhunderts mit zeitlichen Unterbrechungen bis zum Jahre 1869 betrieben worden war. Zur Geschichte des Ortes Schmelz (hier: Ortsname) - Auszug aus der Schmelzer Chronik Nr. 1, Seite 87 und 88 - von Josef Even und Elmar Schmitt. Beide Ortsnamen weisen mit -ingen und -heim Elemente auf, die als Hinweise auf die Entstehung in der fränkischen Zeit gelten können. Bei Bettingen liegt der Beweis in der Endung -ingen. Mit wenigen Ausnahmen sind so auslautende Ortsnamen mit dem fränkischen Suffix -inc, -ing, -unc gebildet. Es wird meistens mit einem Personennamen verbunden. Dieser Ortsnamentyp ist in allen germanischen Gebieten, auch in Skandinavien, vertreten. Betenges (1222) ist nach Fox mit dem Personennamen Bado oder Betto gebildet. Motte meint, der Name käme von Botding, das sei der Platz, wo alle 14 Tage die Versammlungen stattfanden, die Recht sprachen. Auch hält er es für möglich, dass es aus keltisch Bet = Wohnung, Wohnplatz kommen könne. Für den Namen Goldbach hat er die Erklärung, dass er nach der Farbe eines Minerals benannt sei, das dort vorkomme. Welches das sei, sagt er nicht. Die Deutung des Namens Außen ist schwierig. Motte glaubt, ihn auf Haus oder Aussicht zurückführen zu können. Fox meint, er sei eine Verbindung zwischen einem Vornamen und der Silbe heim. Dazu muss man wissen, dass der Name des Ortes noch im 16. Jahrhundert gelegentlich als Auwesheim oder Außem angegeben wurde. Als Name kämen Auwo, Awo oder Awen in Betracht, letzteres in der Abwandlung Ewen. Dies lässt Assoziationen zum Ewenberg zu, einem heute noch so benannten Ortsteil, um den sich auf dem ältesten „Stadtplan" von 1753 die damalige Siedlung mit der Kapelle gruppiert. Im Hinblick auf diesen Platz mit der Kapelle ist von Bedeutung, dass Awen/ Ewen in der Literatur auch als Ort des Gesetzes und heiliger Ort gedeutet wird. In Deutschland gibt es mehrere Orte dieses Namens, die Wallfahrtsorte waren oder sind. Nimmt man hinzu, dass dieser Ortskern noch zum Komplex Himmelberg (im 16. Jahrhundert Hymelberg) gehört und dass noch im 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Ortslage Außen vom „Ewersborn" gesprochen wird, so scheint es erlaubt, die Namendeutung für Auwesheim künftig auch in dieser Richtung zu suchen.

Ortskern Schmelz