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20 Jahre Fischereigenossenschaft Schmelz

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Die Fischereigenossenschaft Schmelz kann in diesem Jahr ihr 20jähriges Jubiläum begehen.

Die Besatzmaßnahmen mit Jungfischen und Brut stützen bestandsgefährdete Arten.

2014 wurde die Fischtreppe im Mühlenbach, hinter dem Durchlass unter der B 268 in Höhe Einmündung Herrenkrippchen realisiert.

2015 wurde die Fischtreppe im Talbach im Bereich des alten Mühlenwehres realisiert.

Der Vorstand der Fischereigenossenschaft Schmelz an der Fischtreppe am alten Mühlenwehr im Talbach: v. l. n. r.: Uwe Brill, Manfred Paulus, Franz-Josef Klein, Bürgermeister Armin Emanuel, Peter Koch.

Die Fischereigenossenschaft Schmelz wurde 1997 auf Initiative von Bürgermeister Armin Emanuel gegründet, der auch bis heute ihr Vorsitzender ist. Fischereigenossenschaften sind nach dem Saarländischen Fischereigesetz vorgeschrieben. Neben dem Abschluss von Fischereipachtverträgen obliegt ihr insbesondere die Erfüllung der Hegepflicht nach dem saarländischen Fischereigesetz.

Die Prims, die bis Mitte der 80er Jahre ein noch stark verschmutztes bis fast totes Gewässer war, hat sich durch die Investitionen der Gemeinde und des Entsorgungsverbandes Saar in die Abwasseranlagen kontinuierlich erholt. Heute liegt die Prims in der Gewässergütekarte im grünen Bereich, d. h. sie hat eine gute Wasserqualität.

Die Fischereigenossenschaft Schmelz umfasst die Fischereiberechtigten an den in der Gewässerkarte des Saarlandes ausgewiesenen offenen Gewässern innerhalb der Gemeindegrenzen. Seit 1998 verpachtet die Fischereigenossenschaft die rund 12 km Fließgewässer der Prims und ihrer Nebenbäche zwischen Limbach und der Theelmündung vor Körprich an die Angelfreunde Schmelz, dem Zusammenschluss der vier Schmelzer Angelsportvereine.

Die Fischereigenossenschaft Schmelz betreut in enger Zusammenarbeit mit den Angelfreunden Schmelz die Prims und ihre Seitenbäche. Ihre wichtigste Aufgabe sieht sie in der Verbesserung der Artenvielfalt in der Prims und ihren Seitenbächen. Deshalb investiert die Fischereigenossenschaft die Pachteinnahmen für die Prims zu nahe 100 % wieder in Besatzmaßnahmen und ökologische Maßnahmen am Gewässer.

Besatzmaßnahmen
Als Basis für die Besatzmaßnahmen dienen Bestandsaufnahmen im Gewässer mittels Elektrofischen. Dabei werden der Gesundheitszustand der Fische und die Artenvielfalt im Gewässer erfasst und ausgewertet. Aufgrund der Ergebnisse wird entschieden, welche Arten durch Besatz ergänzt werden müssen.
Die Fischereigenossenschaft hat seit der Gründung rund 61.000 Euro Pacht eingenommen. Rund 50.000 Euro wurden seitdem für Besatzmaßnahmen ausgegeben. Durch die regelmäßig durchgeführten Besatzmaßnahmen mit Jungfischen und Brut werden bestandsbedrohte Arten gestützt, so dass sie im Gewässersystem wieder nachgewiesen werden. So wurden seit Beginn der Maßnahme über 45.000 Setzlinge, z. B. Bachforelle, Äsche, Bachsaibling, Nase und Aal in die Gewässer eingesetzt.

Ökologische Maßnahmen
Im Jahre 2009 trat die Europäische Wasserrechtsrahmenrichtlinie in Kraft, deren Hauptziel die Schaffung eines guten Zustandes von Oberflächen- und Grundwasser ist. An der Umsetzung der Richtlinie in der Gemeinde Schmelz ist die Fischereigenossenschaft maßgeblich beteiligt.

So engagiert sich die Fischereigenossenschaft Schmelz gemeinsam mit der Gemeinde Schmelz in die Planung und den Bau von Fischaufstiegshilfen, sog. Fischtreppen, um im Frühjahr und Herbst verschiedenen Fischarten das Laichen in den Nebengewässern der Prims zu ermöglichen.
Bisher wurden realisiert:
2013 Fischtreppe im Michelbach im Bereich der Aral-Tankstelle, Schattertriesch
2014 Fischtreppe im Mühlenbach, hinter dem Durchlass unter der B 268 in Höhe Einmündung Herrenkrippchen
2015 Fischtreppe im Talbach in Limbach oberhalb des alten Mühlenwehrs an der Landstraße I.O. 145.

An den Kosten der Maßnahmen, die zu 90 % vom Land bezuschusst werden hat sich die Fischereigenossenschaft mit 2.305 Euro in 2014 und 2.737 Euro in 2015 beteiligt.

2017 und 2018 sind weitere Maßnahmen geplant. Am Talbach in Limbach soll die Fischdurchlässigkeit am Durchlass Büschfelder Straße verbessert werden. Das alte Bett des Michelbachs soll zwischen Schattertriesch und Michelbach wieder in Funktion gesetzt werden, um Lebensraum für Amphibien, Pflanzen und Fische zu schaffen. In Kooperation mit der Gemeinde Tholey wird in zwei Teilbereichen des Talbaches in der Neipeler Straße die Fischdurchlässigkeit verbessert.

Im Jahr 2015 haben die Fischereigenossenschaft Schmelz und die angeschlossenen Angelsportvereine zudem in Eigenregie eine Maßnahme zur Renaturierung des Blaubaches im Bereich der Hüttenstraße bis zur Einmündung in die Prims durchgeführt. Bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz wurden die im Bachbett vorhandenen Betonrinnen entfernt und standortgerechte Bäume und Sträucher gepflanzt. Mit der Maßnahme will man erreichen, dass sich das Gewässer wieder natürlich entwickelt und Fischen und sonstigen Lebewesen einen passenden Lebensraum bietet.

Ein weiteres Anliegen der Genossenschaft ist der Zustand und die Entwicklung des Engelgrundweihers in Hüttersdorf, in dem das Angeln grundsätzlich verboten ist. Um den Fischbestand zu überprüfen und Kenntnisse über die ökologische Entwicklung des Engelgrundweihers zu erhalten, wurde 2008 ein Hegefischen initiiert. Beim Hegefischen werden die Fische nicht getötet, sondern nach der Begutachtung wieder eingesetzt. Als Ergebnis wurden im Engelgrundweiher Raubfische, wie Hechte und Zander eingesetzt, um den Besatz zu regulieren.

Die Fischereigenossenschaft Schmelz kann auf 20 erfolgreiche Jahre im Sinne des Gewässer-und Artenschutzes zurückblicken. Dies konnte nur im Rahmen der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Schmelzer Anglern erreicht werden. Diese Zusammenarbeit wird auch in Zukunft zum Wohle der Prims und ihrer Seitenbäche weitergeführt.