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Herstellung eines neuen Grundlastversorgungsbrunnens in der Gemeinde Schmelz

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Im Rahmen einer kleinen Feierstunde fand am 25. Juli die „Anbohrung“ der neuen Bohrung VIII statt.

v. l. n.r.: Thomas Grewer, Ingenieurbüro Paulus und Partner, Bauamtsleiter Stephan Barth, Bürgermeister Armin Emanuel, Wasserwerkleiter Thomas Birringer, Thomas Wittek, Fa. GWW

Der Bohrmeister demonstrierte den Zuschauern den Bohrvorgang

Bis das Trinkwasser aus unseren Wasserhähnen kommt, hat es einen weiten Weg zurückgelegt. Aus sieben Tiefbrunnen in der Primsaue wird das Wasserwerk der Gemeinde Schmelz mit Rohwasser versorgt. Im Wasserwerk wird dieses dann zu Trinkwasser aufbereitet und in die Rohrnetze eingespeist über die es in die Haushalte der Gemeinde gelangt.

Einer dieser Tiefbrunnen, die Bohrung V, ist nicht mehr nutzbar. Aufgrund baulicher Schäden und einer sehr geringen Ergiebigkeit, die die weitere Betreibung des Brunnens wirtschaftlich nicht vertreten ließ, wurde die Bohrung V zurückgebaut.

Um die öffentliche Wasserversorgung in der Gemeinde Schmelz weiterhin sicherstellen zu können, erfolgt aktuell die Bohrung eines neuen Tiefbrunnens, die Bohrung VIII.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde fand am 25. Juli die „Anbohrung“ der neuen Bohrung VIII statt.

Bürgermeister Armin Emanuel und der Leiter des Wasserwerkes der Gemeinde Schmelz, Thomas Birringer, konnten zu diesem Anlass neben den Vertretern der Gremien auch zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Schmelz begrüßen. Gemeinsam mit Herrn Thomas Wittek der Beratungsfirma GWW, stellten sie das Projekt vor und vermittelten dem Publikum einen Einblick in die Wasserversorgung der Gemeinde Schmelz.

„Heute wird eine Maßnahme vorgestellt, die für viele Jahre zur Sicherung der Trinkwasserversorgung der Gemeinde beitragen wird“, freute sich Bürgermeister Emanuel. „  Wichtig sei auch, dass im Zuge der Arbeiten der Anschluss der Trinkwasserbrunnen in der Primsaue an die Notstromversorgung des Wasserwerkes erfolgen kann und damit auch bei länger andauerndem Stromausfall die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde über das vorhandene Notstromaggregat des Wasserwerkes sichergestellt ist. Darüber hinaus werden auch die Zubringerleitungen der Brunnen zum Wasserwerk erneuert.“

Im Vorfeld führten umfangreiche Berechnungen und Auswertungen unterschiedlichster Analysen zur Annahme, dass der jetzige Standort der Bohrung VIII im Moritzwald zwischen Schmelz und Primsweiler ergiebig im Hinblick auf die Wasserversorgung ist und die umliegenden Brunnen bei einer Entnahme nicht beeinträchtigt. Vorteilhaft an diesem Standort ist darüber hinaus auch die Möglichkeit der Anbindung an das bestehende Leitungsnetz der im Umkreis liegenden Bohrungen III, IV, VI und VII.

Im Vorfeld zur eigentlichen Brunnenbohrung erfolgte bereits eine Reihe von Vorarbeiten. In einem ersten Schritt wurde die Fläche um den künftigen Brunnen gerodet und die Baustelle eingerichtet. Bohrgeräte, Maschinen, Container und Materialien für die bevorstehenden Arbeiten wurden angeliefert.

Mit einem Durchmesser von 250 bis 300 mm erfolgt zunächst eine Vorbohrung bis zu einer Tiefe von 100 Metern. Um die Ergiebigkeit bereits an dieser Stelle testen zu können wird in einem Kurzpumpversuch während einer Dauer von circa fünf Stunden Grundwasser entnommen. Bis zu dieser Probebohrung bleibt es spannend, denn erst dann kann festgestellt werden ob der Brunnen so ergiebig ist wie vermutet und ob eine ausreichende Menge an Wasser gefördert werden kann. Nur wenn die theoretischen Messungen und Berechnungen mit dem praktischen Erfolg übereinstimmen wird der Brunnen fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Ist der Brunnen so ergiebig wie vermutet, erfolgt im Anschluss an die Vorbohrung die Hauptbohrung. Im oberen Bereich der Bohrung wird dabei der Bohrdurchmesser auf 1016 mm erweitert. Auch in diesem Schritt erfolgen ein Kurzpumpversuch sowie ein Leistungspumpversuch um die maximale Förderrate festzustellen.

Nach Abschluss aller Bohrungen, Untersuchungen und Pumpversuchen wird über der neue Bohrung ein Brunnenabschlussbauwerk erstellt. Es erfolgen die Verlegung der Rohwasserleitung sowie der Elektrik, die Einzäunung des Brunnenbauwerks und die Einstellung von Messtechnik und Brunnenhydraulik.

In einem letzten Schritt erfolgt ein Probetrieb, während dessen eine vollständige hydrochemische und bakteriologische Untersuchung erfolgt, bevor die Bohrung dann in den tatsächlichen Betrieb geht.

Die betriebsbereite Fertigstellung der Bohrung VIII ist noch in diesem Jahr vorgesehen.

Die Gesamtkosten für den Bau des neuen Brunnens inklusive der Kosten für das Brunnenbauwerk, die Zaunanlage, die Brunnenpumpe sowie die sonstigen Installationen und Einbauten belaufen sich auf rund 1,2 Mio. Euro.